Gewalt gegen Frauen beseitigen!

Street harrassment

“I bin net dei Pupperl!” – Im öffentlichen Raum, also die offene Straße, Parks, Plätze, Unterführungen, sowie Cafés, Clubs, Bibliotheken, Universitäten, Parkplätze, Schwimmbäder und vieles mehr, steht es außer Frage, dass Frauen sich immer wieder (sexueller) Belästigung ausgesetzt und sich dadurch eingeschränkt und verunsichert fühlen.
‘Belästigt’ bezieht sich nicht nur auf (geschlechtsbezogene) Äußerungen,
sondern geht von Arschgreifen über unwillkommene Anmachungen und Kommentare bis hin zu körperlicher Gewalt und Vergewaltigung.
Der Begriff ‘street harrassment’ beschreibt eine Vielzahl von Belästigungen, die verschiedene Formen und Ausmaße annehmen können. Gerade diese Schwierigkeit, ‘street harassment’ zu definieren, zeigt wie persönlich und individuell die Wahrnehmung, Verarbeitung und der Umgang mit Belästigung ist und macht die Auseinandersetzung mit Prozessen und Strukturen, die mit street harrassment einhergehen, umso notwendiger. Frauen*, denen eine solche öffentliche (sexuelle) Belästigung widerfährt, sind keine einheitliche Gruppe. Neben der Reproduktion patriachaler Verhältnisse beschreibt street harrassmant rassistisch, homo- oder transphob motivierte Belästigung, die die Dominanz weißer Heteronormativität untermauern möchte. Frauen* sind nicht nur aufgrund ihres Frau-Seins street harassment ausgesetzt, sondern auch aufgrund ihres Migrantinnen-Seins, als transgender, queer oder lesbische Personen, als Frauen mit Behinderung sowie als sozial ökonomisch benachteiligte Frauen*.

 

Die Aktion

In den beschränkenden, einschüchternden öffentlichen Raum treten girlgangsovergraz mit der street-art Aktion “Bildet Banden” und zeigen Gesicht. Die Aktion bedient sich an dem Konzept ‘streetart’ – eines trotz des Labels ‘subkultur’ männlich dominierten Mediums – gerade deswegen, um sich auf den Straßen Raum zu verschaffen. Die selbstbestimmte und selbstbewusste Abbildung von Frauen* an Orten, wo street harrassment stattfindet, gibt den Frauen* die Möglichkeit zurück, die eigenen Körper in selbstgewählten Posen zu zeigen und so die öffentliche Repräsentation und Wahrnehmung weiblicher* Körper selbst zu gestalten. Treten Frauen* in gesellschaftlich definierten ‘sexy Outfits’ auf, ist dies keine ‘Aufforderung’ zur (sexuellen) Belästigung. Wir wollen uns so zeigen, wie wir uns fühlen, brauchen dafür keine Rechtfertigung und sind schon gar nicht selbst schuld daran belästigt zu werden. My Body is not here for your Entertainment!
Genauso werden die Figuren zu Begleiterinnen* im öffentlichen Raum und fördern die Solidarität mit und unter Frauen*. Durch die individuelle Entstehung der Bilder und die Wahl verschiedener Sprüche wird der persönliche Erfahrungswert der Einzelnen wertgeschätzt, während das gemeinsame Auftreten eine kollektive Plattform darstellt.

Im Vordergrund steht also der persönliche Prozess des Schaffens, die Tätigkeit, das Aktivwerden. Die Aktion ist ein Selbsthandanlegen, eine Selbstbemächtigung, ein Durchbrechen von Kategorien, wer wo in welcher Form auftreten, auffallen, aufbegehren darf – eine Solidarisierung mit jenen, die es tun und mit jenen, denen diese Freiheit nicht gegeben ist.
Um sich selbst in einer selbstbestimmten, starken und teils ‘aggressiven’ Pose zu zeigen, wurde ausschließlich der eigene Körper als Mittel zur Darstellung verwendet. Wir wollen uns nicht an vorgefertigten, gesellschaftlichen Machtsymbolen orientieren. Wir sind gegen eine Vision, bei der sich Frauen, um Stärke zu zeigen, im öffentlichen Raum gewalttätig geben müssen.
Bekämpft das Patriachat, damit der Kampf gegen Gewalt an Frauen nicht mehr nötig ist!

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt gegen Frauen sind die Girl Gangs over Graz am 25.11.2014 zum ersten Mal in Erscheinung getreten.

 


Das Sternchen* wird hier verwendet um zu verdeutlichen, dass es sich nicht um Fremdzuschreibungen, sondern um das Selbstverständnis der jeweiligen Personen handelt. Es sollen alle Personen angesprochen werden, die sich selbst dem genannten Geschlecht zugehörig definieren, unabhängig von der gesellschaftlichen Zuweisung.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

Advertisements
%d bloggers like this: